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Interview

«Unterhosen müssen in jeder Situation perfekt sitzen»

Von Andreas Sallmann, ISA Sallmann AG · 2017

Langlebige und perfekt sitzende Swissline-Unterwäsche aus Baumwolle für den qualitätsbewussten Mann

Andreas Sallmann, CEO der ISA Sallmann AG, spricht im Interview über Internethandel, fehlende Modetrends und unternehmerische Verantwortung. Seine hochwertige Unterwäsche kommt seit 1894 aus Amriswil.

Am 1. Januar 2017 trat das Swissness-Gesetz in Kraft: Veränderte sich dadurch etwas für Sie?

Ja, wir zeichnen unsere Marke Swissline mit Made in Switzerland aus. Das funktioniert gut,
weil wir die Stoffe in der Schweiz stricken und ausrüsten. Bei den restlichen Produkten von ISA bodywear ist der Schweizer Anteil von Produkt zu Produkt so verschieden, dass wir uns entschieden haben, auf das Made in Switzerland zu verzichten. Obwohl sich der Grossteil der Produktionskette in der Schweiz befindet.

Was zeichnet die Produkte aus Amriswil aus?

Ich sage immer: Wer einmal eine ISA-Unterhose oder einen Pyjama getragen hat,
der bleibt uns treu. Wir legen sehr viel Wert auf eine gute Passform. Eine Unterhose muss sitzen,
in allen Situationen im Leben. Der Schnitt muss perfekt sein. Dann braucht es eine ausgezeichnete Stoffqualität. Deshalb stricke ich den Stoff selbst und lasse ihn in der Schweiz veredeln. So kann ich eine erstklassige Qualität garantieren.

Die ISA Sallmann AG stellt zwischen 1,5 und 1,7 Millionen Stück Unterwäsche pro Jahr her. Wo werden diese Produkte hergestellt?

Das Design entsteht bei uns im Haus. Wir produzieren den Stoff in Amriswil. Dieser geht zur Firma E. Schellenberg Textildruck AG nach Fehraltorf. Dort wird er gebleicht, ausgerüstet oder bedruckt und kommt zu uns zurück. In Amriswil wird der Stoff zugeschnitten. Die zugeschnittenen Teile werden nach Portugal transportiert. Zusammengenäht und verpackt werden sie in Porto.
Danach kommen Unterwäsche und Pyjamas nach Amriswil zurück. Von hier aus liefern wir sie an unsere Kunden oder diese bestellen sie über unseren Onlineshop.

Die Produkte verbinden Tradition und Innovation: Wie äussert sich das?

Der Mann trägt meistens gerne das gleiche Unterhosenmodell. Wir führen eine klassische Linie mit traditionellen Schnitten. Unser 60-jähriger Baumwoll-Klassiker ist nach wie vor gefragt.
Wir bieten aber genauso eine modische Linie an. Diese besticht durch neue Schnitte und innovative Materialien wie etwa Tencel. Sehr erfolgreich war zum Beispiel unsere Schwinger-Unterhose.
Diese kopierten bekannte Schweizer Unternehmen. Zurzeit entwickeln wir etwas Spezielles im Medizinalbereich. Wir arbeiten an einer Unterhose für Neurodermitis- oder Psoriasis-Patienten.

Welche Materialien werden für die Unterwäsche verwendet?

70 Prozent der eingesetzten Materialien bestehen aus Baumwolle oder Baumwolle mit Elasthan Anteil. Das unterstützt die Dehnbarkeit des gestrickten Stoffes und erhöht den Tragekomfort.
Wir verwenden auch Modal, Meryl, Tactel, Trevira und Baumwolle aus einem Fairtrade-Programm von Max Haavelar.

Weshalb stellen Sie eine Max Havelaar-Kollektion aus hochwertiger Fairtrade-Baumwolle her?

Ich bin davon überzeugt, dass es auf dieser Welt nicht so weitergehen kann.
Deshalb ist die Zusammenarbeit mit Max Havelaar ein Schritt in die richtige Richtung. Wir setzen jedes Jahr einige Prozente mehr von dieser Kollektion um. Hoffentlich können wir diesen Anteil sukzessive steigern. Es ist liegt natürlich auch beim Konsumenten. Je mehr er mitmacht, desto mehr werden wir unser Sortiment mit Fairtrade-Baumwolle ausbauen.

Auf Ihrer Website steht: In unseren Betrieben in der Schweiz und in Portugal legen wir grossen Wert auf umweltverträgliche Prozesse und einwandfreie Qualität. Was verstehen Sie unter umweltverträglichen Prozessen?

Wir waren die Ersten in Porto, die eine Solaranlage montierten. Diese liefert 30 bis 45 Prozent des Stroms für unsere Näherei. In Portugal trennen wir den Abfall sauber wie in der Schweiz.
Wir nutzen Verpackungen, wie etwa die Transportkisten, mehrfach. Bei der Reinigung setzen wir ausserdem umweltverträgliche Mittel ein.

Wie stellen Sie die einwandfreie Qualität sicher?

Wir sind stolz auf unsere sehr guten und langjährigen Mitarbeitenden. Die Leute in der Schweiz und Portugal sind geschult. Sie kennen die ISA-Qualität und den verlangten Standard.
Dieser wird rigoros umgesetzt. Trotzdem passieren auch bei uns Fehler. Wenn der Kunde die Unterhose oder den Pyjama retourniert – sind wir kulant.

Wie entsteht das Design der Unterwäsche und Pyjamas?

Woher holen Sie sich die Inspiration? Das Design dauert etwa ein Dreivierteljahr. Zuerst werden die Farben festgelegt. Dann lesen wir neue Qualitäten aus. Danach setzen wir uns hin und entwerfen die Kollektion mit verschiedenen Qualitäten und modischen Schnitten. Bei diesem Prozess redet auch der Aussendienstmitarbeiter mit. Wir hören ebenso stark auf unsere Kunden und die Mitarbeitenden am Verkaufspunkt. Diese kennen die Kundenwünsche und geben uns wertvolle Inputs. Wir gehen auf Messen, Veranstaltungen und zu Seminaren. Natürlich machen wir auch Store Checks im Ausland.

Wie sehen die Trends für diesen Winter sowie den kommenden Frühjahr und Sommer aus?

(lacht) Das ist wahnsinnig schwierig, zu beantworten.
Wenn Sie schauen, was die Leute auf der Strasse tragen, sehen Sie keinen klaren Trend mehr.
Als junger Knabe sagte mein Vater zu mir: «Nächstes Jahr wird orange.» Dann sah man in der ganzen Firma die Farbe Orange. Er fuhr mit uns Kindern am Sonntag nach Zürich. Was sahen wir in den Schaufenstern: orange. Das gibt es heute nicht mehr. Wir richten uns nach den Wünschen der Kunden. Für uns gilt: Die Unterhosen müssen perfekt sitzen, eine gute Qualität haben und langlebig sein. Die meisten Männer ziehen schwarze Unterhosen einer farbigen vor. Sie mögen feine und elastische Materialien.

 

Die bequemen und hautschmeichelnden Pyjamas begleiten Sie und Ihn sowohl durch den Tag als auch durch die Nacht.

Was ist für Sie als CEO der ISA Sallmann AG relevant?

Mir ist wichtig, dass unser Kunde,
der Endkonsument, begeistert ist von unserem Produkt und positiv über uns spricht.
Eine gute Marktposition ist notwendig für uns. Die Ökologie nimmt einen hohen Stellenwert ein. Dazu gehört auch, wie wir unser Produkt herstellen. Soziale Verantwortung ist für mich als Unternehmer zentral. Ich versuche so lange wie möglich, in der Schweiz Unterwäsche und Pyjamas zu produzieren. Dabei spielen die Mitarbeitenden eine Hauptrolle. Sie sollen zufrieden sein, hinter der Marke stehen und uns gegen aussen überzeugend vertreten.

Wie erreichen Sie das?

Indem wir auf die Leute hören. Ihnen eine gewisse Freiheit lassen, auch bei einer Entscheidung, und ihre Arbeit schätzen. Vor allem reden wir mit den Mitarbeitenden und zwar nicht über das Mail, sondern von Angesicht zu Angesicht.

Wie nehmen Sie die unternehmerische Verantwortung war?

Für mich trägt ein Unternehmer sowohl eine ökologische als auch soziale Verantwortung.
Zur ökologischen zählen bei uns der Bau einer Solaranlage, Nutzung der Sonnenenergie und die Verwendung von Fairtrade-Baumwolle. Soziale Verantwortung übernehmen wir, indem wir so viel wie möglich in der Schweiz produzieren. Dazu gehört auch, den Mitarbeitenden in Portugal die besten Arbeitsbedingungen zur Verfügung zu stellen.

Weshalb halten Sie am Standort Schweiz fest trotz starkem Schweizer Franken und ausländischem Konkurrenzdruck?

Also, erstens: Ich liebe meine Produktion in der Schweiz. Dadurch sind wir flexibler.
Und die Qualität liegt in unseren Händen. Zweitens: Meine Frau und ich haben sechs Kinder.
Wenn jeder Schweizer Unternehmer wegen eines gewissen Betrages die Firma schliesst oder die Produktion ins Ausland verlagert, dann frage ich mich, wo meine Enkel arbeiten werden.
Und wo finden die manuell begabten Leute eine Arbeit, wenn man diese nicht ins soziale Gefüge einbindet und ihnen keine keine Arbeit und keinen Lohn gibt. Ausserdem den jungen Menschen keine Perspektive bietet, dann habe ich Bedenken für die Schweiz.

Wie trotzte die ISA Sallmann AG dem starken Schweizer Franken?

Als der Schweizer Franken zusammenfiel, reagierten wir schnell. Wir stoppten den Export.
Weil wir durch den starken Franken kein Geld mehr damit verdienten. Da wir viel im Ausland einkaufen und unser Markt die Schweiz ist, verursachte uns diese Situation kein Problem.
Im Gegenteil: Wir profitierten davon. Bei unserer Schweizer Kundschaft sind wir gut verankert.
Hier setzen wir zwischen 80 und 90 Prozent um.

Wie entstand die Firma Sallmann AG?

Mein Ur-Ur-Urgrossvater, ein politischer Flüchtling, kam aus Dresden in die Schweiz und brachte eine neue Stricktechnik mit nach Amriswil. Er gründete 1849 das Unternehmen. Danach wuchs die Firma über sechs Generationen. Jede Generation hatte ein Hoch und ein Tief, und immer ging es weiter. Das letzte grosse Tief fand während der Ölkrise von 1972 bis 1980 statt.
Damals gab es in Amriswil sechs Textilunternehmen. Wir überlebten. Wieso überlebten wir?
Nicht weil wir besser waren, sondern weil mein Vater das Geld wieder investierte, das er vor der Krise verdient hatte. Deshalb gibt es uns heute noch.

Wie sieht die Zukunft des Unternehmens aus?

Der Markt verändert sich wie noch nie zuvor. Früher gab es den klassischen Fachhandel und den Grosshandel. Neu kommt der Internethandel dazu. Der bricht alles auf. Zukünftig fordern uns neue Verkaufsformen. Mit unserem eigenen Internetshop bearbeiten wir den Markt selbstständig.
Und wir positionieren uns wie bisher über unsere attraktiven Produkte. Ausserdem möchten wir den Export verstärken. In ein paar Jahren ziehe ich mich aus dem Geschäft zurück.
Meine Nachfolge nehme ich ernst und baue sie auf.
Eines meiner Kinder steigt sicher ins Unternehmen ein. Wenn wir weiterhin den Menschen in den Mittelpunkt stellen, qualitativ hochstehende und modische Unterwäsche und Pyjamas herstellen, bin ich überzeugt, dass es uns auch noch in Zukunft gibt.

Im Interview

Der Thurgauer Unternehmer
Andreas Sallmann (61) weiss was Mann und Frau am liebsten auf der Haut tragen.

ISA Sallmann AG
T: +41 (0)71 414 24 44

www.isabodywear.ch

Die ISA Sallmann AG ist ein Familienbetrieb und produziert hochstehende Unterwäsche und Pyjamas in der sechsten Generation. Ein Grossteil der Produkte wird im Thurgau entworfen, gestrickt und zugeschnitten.