Swiss made

Qualität Made in Switzerland

Von Katharina Lehmann · 2015

Die Schweiz hatte es nicht leicht in den vergangenen Monaten. Frankenschock und Wettbewerbsdruck brachten die Eidgenossenschaft ganz schön ins Schwitzen. Die Auswirkungen trafen die Schweizer Unternehmen jedoch nicht so hart wie erwartet – auch, weil ihre Produkte für eine hohe Qualität stehen.

725 Jahre – so alt wird die Schweizerische Eidgenossenschaft im kommenden Jahr. Zumindest, wenn man der Legende Glauben schenkt, der zufolge die Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden ihr Bündnis auf der Rütliwiesen Anfang August 1291 schlossen. Zwar wird heute angezweifelt, dass die drei grossen Herrscher wirklich die Rütliwiese als Treffpunkt wählten, das Datum aber scheint sicher. Und so starten in den kommenden Monaten überall die Vorbereitungen für die Feste zum Jubiläumsjahr. 

«Frankenschock» prägt 2015

Denn die 725 Jahre wollen gefeiert werden – auch, weil die Schweiz es vor allem im Jahr 2015 nicht gerade leicht hatte. Am 15. Januar hob die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Euro-Mindestkurs von 1 Franken 20 per sofort auf. Innert Minuten wertete sich der Franken schockartig um über 15 Prozent auf. Das Szenario ging als «Frankenschock» in die Geschichte ein – der Begriff wurde nun zum Schweizer Finanzwort des Jahres 2015 gekürt. 
Die Wahl aus mehr als 250 Einsendungen erfolgte unter Federführung des Finanzportals Finews.ch und der Migros Bank. Begründung: Der Ausdruck «Frankenschock» stehe als Sinnbild für diese dramatische Kehrtwende und die unmittelbar daran anschliessenden Befürchtungen, wonach die Schweizer Wirtschaft in eine tiefe Krise fallen würde, heisst es in einer Mitteilung von Finews. 
Die Krise ist jedoch ausgeblieben in der Schweiz. Im Gegenteil: Die Eidgenossenschaft habe sogar von der Entkopplung des Wechselkurses profitiert, denn die Exportwirtschaft sei gezwungen gewesen, sich zu erneuern. «Gerade deshalb haben wir heute einen sehr produktiven und wettbewerbsfähigen Exportsektor», erklärte Ökonom Ernst Baltensperger der Handelszeitung. 
Insgesamt hat sich die Schweizer Wirtschaft 2015 wohl besser entwickelt als anfangs prognostiziert. Das zumindest zeigen Zahlen der Konjunkturforschungsstelle KOF der Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Zürich. Erst im Oktober erhöhten die Experten die Wachstumsprognose für das Jahr 2015 von 0,4 auf 0,9 Prozent. Der stabile Konsum im Inland sowie die positiven Impulse aus dem internationalen Umfeld würden wachstumsfördernd wirken, erklärten die KOF-Experten. 

Qualität stärkt Unternehmen

Der erstarkte Franken sorgt jedoch für einen intensiveren Wettbewerb, vor allem mit den Unternehmen im europäischen Ausland. «Die bisherige Entwicklung deutet darauf hin, dass es der Wirtschaft gelingen wird, sich anzupassen», meint auch Thomas Jordan, Präsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank, im Interview mit der Handelszeitung. Vor allem Innovation und Effizienzgewinne sollen den Schweizer Firmen aber helfen. Denn die eidgenössischen Unternehmen hätten es stets verstanden, Produkte von hoher Qualität herzustellen – eine Fähigkeit, die ihnen auch heute zugutekommt.