Bahn

Kein Ziel ist unerreichbar

Von Tobias Lemser · 2014

Strassen und Schienen verbinden alle Ecken der Schweiz. Trotz hohem Niveau stossen beide Verkehrsträger künftig an ihre Kapazitätsgrenzen. Weitere Investitionen sind unerlässlich.

Zu jeder Zeit mobil sein zu können, gehört zu den wichtigsten Indikatoren für Lebensqualität. Ob mal eben für einen Städtetrip nach Montreux, in den Skiurlaub nach Lenzerheide oder einfach nur der Weg zur Arbeit in die Zürcher Innenstadt: Um möglichst schnell und ohne Umwege ans Ziel zu gelangen, ist eine optimale Verkehrsinfrastruktur besonders wichtig – vor allem vor dem Hintergrund des stetig zunehmenden Personenverkehrs, der sich hierzulande seit 1970 mehr als verdoppelt hat. Umso besser, dass die Schweiz schon lange vorgesorgt hat und seit Jahren über eines der besten Strassen- und Schienennetze weltweit verfügt. 

In der Schweiz kommen Fahrten mit dem Zug besonders gut an

Auf der Strasse sicher unterwegs

Hierbei mit Abstand wichtigster Verkehrsträger im Personen- und Güterverkehr ist die Strasse. Gemessen an der Verkehrsleistung rollen mehr als drei Viertel des Personenverkehrs über Schweizer Asphalt. Rund 16 Prozent des Verkehrs werden dagegen über die Schiene abgewickelt.
Zwar ist das Schweizer Strassennetz im internationalen Vergleich gut in Schuss, dennoch sollte – so verdeutlicht es die jährliche Untersuchung des World Economic Forums – der Qualität der Schweizer Strassen künftig wieder mehr Bedeutung beigemessen werden, um dem stetigen Verkehrswachstum, gerade auf den Strecken zwischen Ballungszentren, Rechnung tragen zu können. Zuletzt bereits markante Fortschritte konnte dagegen die Sicherheit im Strassenverkehr machen – auch aufgrund von Infrastrukturmassnahmen und neuer Technik, wie Verkehrsleittechnik, intelligenten Lichtsignalen oder adaptiven Beleuchtungen.

Weltmeisterlich auf der Schiene

Und wie steht's um die Schiene? In keinem anderen Land kommen Fahrten mit dem Zug so gut an wie in der Schweiz – eine Tatsache, die auch auf die hohe Pünktlichkeit und den grossen Komfort zurückzuführen ist. Mit im Schnitt rund 2'258 gefahrenen Kilometern pro Jahr liegen die Eidgenossen an erster Stelle im weltweiten Ranking. Ein Rekord, der die Schiene nicht nur voll auslastet, sondern auch viel kostet: Im Jahr 2010 investierte die Bahn pro Einwohner 481 Schweizer Franken in das 5`630 Kilometer lange Schienennetz. 
Und damit noch nicht genug: Wer gern einmal 57 Kilometer am Stück durch einen Eisenbahntunnel fahren möchte, bekommt ab 2017 Gelegenheit dazu, wenn der längste Tunnel der Welt, der Gotthardbasistunnel, eröffnet wird – ein Mammutprojekt, das hoffentlich noch ausreichend finanziellen Spielraum lässt, um das an seine Kapazitätsgrenzen stossende Schweizer Strassennetz weiter ausbauen zu können. Nur dann kann es die wachsenden Verkehrsströme auch künftig in dieser Qualität bewältigen.